Waren Trüffel einst nur der Elite vorbehalten, findet man sie heute in jedem zweiten Supermarkt-Regal. Trüffelchips, Trüffelhonig, sogar Trüffelburger – plötzlich ist der edle Pilz allgegenwärtig. Aber was steckt wirklich dahinter, und was kostet echte Qualität?

Es war vorauszusehen: Künstliches Aroma statt echter Trüffel

Die Wahrheit ist ernüchternd: In den meisten „Trüffel“-Produkten steckt selten echter Trüffel. Meistens handelt es sich um künstliches Trüffelaroma aus dem Labor, hergestellt aus Flüssiggas. Forscher fanden heraus: Das Aroma ist eine Art Comic-Variante – plakativ, eindimensional und letztlich falsch. Dieses synthetische Aroma überlagert sofort jeden echten Trüffelgeschmack. Restaurants träufeln es sogar über echte Trüffelgerichte, weil sich viele Gäste an den intensiven Kunstgeschmack gewöhnt haben und echte Trüffel als „zu wenig trüfflig“ empfinden.

Künstliches Trüffelaroma: Nur Geschmacksfrage oder gesundheitlich bedenklich?

Trüffelaromen sind rechtlich zugelassen, enthalten aber teils Geschmacksstoffe wie Dimethylsulfoxid, die natürlicherweise nicht in Trüffeln vorkommen und sonst als Lösungsmittel genutzt werden. Für gesunde Menschen gilt das Aroma als unbedenklich – trotzdem raten Experten, Kunstaromen nur in Maßen zu genießen, da die Langzeitwirkungen einzelner Stoffe wenig erforscht sind und Allergiker empfindlich reagieren können. Die Vielfalt echter Trüffelstoffe erreicht synthetisches Aroma nie.

Echte Trüffel: Was sie kosten und woran man sie erkennt

Bei echten Trüffeln sprechen wir von folgenden Preisdimensionen:

  • Weiße Alba-Trüffel: 4.000–7.000 €/kg

  • Schwarze Périgord-Trüffel: 1.500–2.000 €/kg

  • Burgundertrüffel: 600–800 €/kg

  • Sommertrüffel: 250–350 €/kg

  • China-Trüffel: unter 100 €/kg – aber praktisch geschmacklos

Wie teuer ist Trüffelpasta selbstgemacht – und beim Italiener?

Kochst du selbst, brauchst du für eine Trüffelpasta etwa 250 g Pasta und 10 g frischen Trüffel (zum Beispiel Burgundertrüffel für ca. 7–9 € nach Saison) plus wenige Zutaten wie Kochsahne, Parmesan und ggf. etwas Trüffelöl. Eine Portion kostet dich daheim rund 12–15 €, je nach Trüffelsorte. Beim guten Italiener wie Sale e Tabacchi in Berlin kostet eine Trüffelpasta auf der Karte meist 20–30 € – je nach Tagespreis und Mengen, für Premiumtrüffel ggf. deutlich mehr.

    Trüffel-Boom: Warum der Edelpilz plötzlich überall ist

     

    Der Boom hat vier Gründe

    • Anbau-Boom: Seit 2010 gibt es in Deutschland Trüffelplantagen, sogar im Garten kann man die Pilze züchten. Ein Hektar bringt bis zu 40 kg pro Jahr.deutsche-trueffelbaeume

    • Hobbyjäger: Tausende Deutsche durchkämmen inzwischen mit speziell trainierten Hunden die Wälder. Kurse kosten zwischen 35 und 1.200€ – jeder Hund kann zum Trüffelhund werden.supermarkt-inside

    • Klimawandel: Mildere Winter begünstigen das Wachstum in nördlicheren Gebieten. Sogar im Genfer Park wurde eine weiße Alba-Trüffel gefunden.

    • Demokratisierung durch Kunstgeschmack: Billige Aromen machen den Trüffelgeschmack für Cent-Beträge verfügbar – aber es bleibt ein künstliches Erlebnis.


    Worauf beim Kauf achten?

    • Bei Produkten: Steht nur „Trüffelaroma“ drauf, ist es künstlich. „Natürliches Trüffelaroma“ stammt wirklich von Trüffeln.

    • Bei frischen Trüffeln: Seriöse Händler wählen, Herkunft prüfen! Einsteiger-Tipp: Schweizer Burgundertrüffel für rund 20 Franken – günstiger als die Luxusversionen.

    • Im Restaurant: Frag den Italiener Deines vertrauens? Nur echter Trüffel oder angereichert mit Trüffelgeschmack?